Im Juli hat die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) ein Dokument mit dem Titel “IMPLEMENTATION OF ESRS: Initial Observed Practices from Selected Companies” veröffentlicht. Dieses Dokument liefert wertvolle Einblicke in die Lösungsansätze ausgewählter Unternehmen, die sich bei ihren ersten Umsetzungsversuchen der Europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS) im zweiten Quartal 2024 mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sahen.

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Im Juli hat die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) ein Dokument mit dem Titel “IMPLEMENTATION OF ESRS: Initial Observed Practices from Selected Companies” veröffentlicht. Dieses Dokument liefert wertvolle Einblicke in die Lösungsansätze ausgewählter Unternehmen, die sich bei ihren ersten Umsetzungsversuchen der Europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS) im zweiten Quartal 2024 mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sahen. Im Rahmen der Studie wurden Beiträge von 28 großen europäischen Unternehmen aus acht Branchen gesammelt, wobei auf eine ausgewogene Verteilung von Finanzinstituten (FI) und Nicht-Finanzinstituten (Non-FI), einschließlich Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern innerhalb der FI-Kategorie, geachtet wurde.

Die Studie, die sich in erster Linie an große börsennotierte und nicht börsennotierte Unternehmen richtet, die den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) unterliegen, konzentriert sich auf vier Kernbereiche: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse (Double Materiality Assessment, DMA), Datenpunkte, Wertschöpfungskettenanalyse und organisatorische Ansätze für die ESG-Berichterstattung.

Bei cleversoft liegt unser Hauptaugenmerk auf den Konsequenzen für Finanzinstitute, die unseren Standard CSRD-Service für die Berichterstattung nutzen.

Hier sind die Ergebnisse der Studie.

Datenpunkte (DP):

  • Viele Unternehmen haben die Ergebnisse ihrer doppelten Wesentlichkeitsanalyse noch nicht in ihre Datenpunktanalyse einbezogen. Dies kann zu einer Überfrachtung der gemeldeten Daten führen, was die Aufmerksamkeit von den wichtigsten Informationen, die gemeldet werden müssen, ablenken kann.
  • Die meisten Unternehmen nutzen die Implementation Guidance 3 (EFRAG IG 3), um eine Lückenanalyse durchzuführen, und einige nutzen sie auch, um sich auf das bevorstehende digitale Kennzeichnungssystem vorzubereiten.
  • Wichtige Statistiken zu Datenpunkten
    • Rund 80 % der Unternehmen berichten von Schwierigkeiten bei der Datenbeschaffung, wobei sie bei den Aspekten Umwelt (E), Soziales (S) und Governance (G) auf vergleichbare Schwierigkeiten stoßen.
    • Etwa 75 % der Unternehmen nutzen die Phase-in-Option, während etwa 40 % Informationen zur Wesentlichkeit auf Datenpunktebene angeben und 10 % eine vollständige Offenlegung von Datenpunkten zu wesentlichen Themen anstreben.
    • Nahezu 95 % der Unternehmen nutzen die Implementation Guidance 3 für die Gap-Analyse, wobei etwa 20 % sie auch als Grundlage für die kommende Taxonomie zur digitalen Kennzeichnung/Berichterstattung (XBRL-Taxonomie) verwenden.

Wertschöpfungskette (VC):

  • Mehrere Unternehmen haben sich für eine vereinfachte, aggregierte Darstellung der Wertschöpfungskette entschieden (nur vor-, nachgelagerte und eigene Aktivitäten). Sie nutzen Übergangsregelungen und planen, in künftigen Berichtszyklen über die direkten Geschäftsbeziehungen (Ebene 1) hinauszugehen.
  • Wichtige Statistiken zur Wertschöpfungskette
    • Rund 90 % der Unternehmen sind noch dabei, ihre Darstellung der Wertschöpfungskette zu verfeinern und den richtigen Detaillierungsgrad zu finden.
    • Rund 45% sind bereits zu einer detaillierteren Darstellung ihrer Wertschöpfungskette übergegangen, die über die vor- und nachgelagerten Bereiche sowie die eigenen Geschäftsbereiche hinausgeht.

Organisatorische Ansätze für die ESG-Berichterstattung:

Obwohl die EFRAG keinen bestimmten Ansatz für die ESG-Berichterstattung vorschreibt, zeigen die Ergebnisse der Interviews, welche Trends sich abzeichnen. Die neuen Berichtspflichten veranlassen die Unternehmen, ihren ESG-Berichtsansatz zu überdenken und weiterzuentwickeln.

  • Verschiedene Unternehmen nutzen unterschiedliche Organisationsstrukturen für die ESG-Berichterstattung, die noch in der Entwicklung befinden.
  • Unternehmen berichten, dass die CSRD-Berichterstattung die Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsbereichen und zwischen Abteilungen insb. für Nachhaltigkeit, Finanzen, Risiko und IT verbessert hat.
  • Die Standardisierung der ESG-Berichterstattungsprozesse, einschließlich der Implementierung von Datenqualitätskontrollen, die denen für die Finanzberichterstattung ähneln, wird immer wichtiger, insbesondere mit Blick auf die kommende Prüfung.
  • Es werden zusätzliche Ressourcen und Fähigkeiten benötigt, wie z. B. mehr Personal, besseres Wissen, Datenmanagement und technologische Upgrades, wobei die IT-Umstellung in den einzelnen Unternehmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten begonnen wird.
  • Wichtige Statistiken zu den organisatorischen Ansätzen für die ESG-Berichterstattung:
    • Alle Unternehmen arbeiten bei der ESG-Berichterstattung aktiv an einer abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit.
    • Das Modell der Verantwortlichkeit für den ESG-Berichtsprozess entwickelt sich weiter, wobei etwa 65 % die Verantwortlichkeit einer einzelnen Funktion zuweisen (wie dem Chief Sustainability Officer oder dem Chief Financial Officer), während etwa 35 % einen Co-Leadership-Ansatz verfolgen (z. B. CFO für die Berichterstattung und CSO für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse).
    • Etwa 90 % der Unternehmen haben damit begonnen, die Kontrollen der Datenqualität zu verbessern, in vergleichbarer Weise wie bei der Finanzberichterstattung.
    • Rund 85 % der Unternehmen sehen die Notwendigkeit, Ihre IT entsprechend der Erfordernisse durch die ESG-Berichterstattungspflicht umzustellen.

Das cleversoft CSRD-Service Angebot

Wir bei cleversoft beobachten die regulatorischen Entwicklungen im Zusammenhang mit der CSRD sehr genau und stellen sicher, dass diese im cleversoft Standard CSRD-Service umgesetzt werden.

Derzeit finalisieren wir die Service-Implementierung auf Basis des aktuellen regulatorischen Stands und bereiten das Onboarding der ersten Kunden vor.

Unser Team von CSRD-Spezialisten beteiligt sich aktiv an allen relevanten Workshops und Veranstaltungen, unter Anderem an denen der EFRAG, um Erkenntnisse aus erster Hand zu gewinnen und in die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Services einfließen zu lassen.

Wir haben einen 360-Grad-Komplettservice entwickelt, der Finanzinstitute durch die komplexen Anforderungen der CSRD führt. Weitere Informationen zu unserem CSRD-Service finden Sie auf unserer Website.