Am Freitag, den 19. Juni, hat die Financial Action Task Force (FATF) ihr sechstes und letztes Plenum unter der mexikanischen Präsidentschaft von Elisa de Anda Madrazo abgeschlossen und ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stärkung der globalen Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Proliferationsfinanzierung, Betrug sowie dem Missbrauch neuer Technologien verabschiedet.

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Am Freitag, den 19. Juni, hat die Financial Action Task Force (FATF) ihr sechstes und letztes Plenum unter der mexikanischen Präsidentschaft von Elisa de Anda Madrazo abgeschlossen und ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stärkung der globalen Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Proliferationsfinanzierung, Betrug sowie dem Missbrauch neuer Technologien verabschiedet.

Das Plenum brachte Delegierte aus dem globalen FATF-Netzwerk mit mehr als 200 Jurisdiktionen sowie Beobachter zusammen. Die Diskussionen konzentrierten sich auf sich entwickelnde Bedrohungen für die Finanzintegrität, die Wirksamkeit nationaler AML/CFT/CPF-Frameworks (Anti-Money Laundering / Countering the Financing of Terrorism / Countering Proliferation Financing), die zunehmende Bedeutung von Public-Private Cooperation sowie den Bedarf an stärkeren Kontrollen für Zahlungsverkehr, virtuelle Vermögenswerte, digitale Plattformen und alternative Werttransfersysteme.

Zentrale Ergebnisse des Plenums

Ein zentrales Ergebnis des Plenums war die Aktualisierung der FATF-Liste der überwachten Jurisdiktionen. Bosnien und Herzegowina sowie Irak wurden in die Liste der Jurisdiktionen unter verstärkter Beobachtung aufgenommen, die allgemein als FATF Grey List bezeichnet wird. Diese Länder haben sich verpflichtet, gemeinsam mit der FATF und den zuständigen regionalen Gremien identifizierte strategische Defizite innerhalb vereinbarter Fristen zu adressieren.

Gleichzeitig wurden Algerien und Namibia nach erfolgreichen Vor-Ort-Prüfungen von der Grey List gestrichen. Die FATF bestätigte, dass beide Jurisdiktionen ihre vereinbarten Aktionspläne umgesetzt und ausreichende Fortschritte bei der Behebung von Defiziten in ihren AML/CFT/CPF-Regimen erzielt haben. Sie werden weiterhin mit ihren jeweiligen regionalen FATF-Organisationen zusammenarbeiten, um diese Verbesserungen nachhaltig zu sichern.

Die FATF bestätigte außerdem, dass Jurisdiktionen, die einem Call for Action unterliegen und häufig als Black List bezeichnet werden, aufgrund schwerwiegender strategischer Defizite weiterhin im Fokus bleiben, da sie Risiken für das internationale Finanzsystem darstellen.

Länderprüfungen: Kanada und Türkei

Das Plenum verabschiedete die Länderprüfberichte (Mutual Evaluations) für Kanada und die Türkei im Rahmen der neuen Evaluierungsrunde. Diese Berichte bewerten sowohl die technische Compliance mit den FATF-Empfehlungen als auch die tatsächliche Effektivität der nationalen AML/CFT/CPF-Frameworks.

Die Veröffentlichung dieser Berichte wird nach Abschluss der Qualitäts- und Konsistenzprüfung durch das globale FATF-Netzwerk für September bis Oktober 2026 erwartet.

Im Rahmen der neuen Evaluierungsrunde erhalten geprüfte Länder eine zeitlich definierte Roadmap mit zentralen empfohlenen Maßnahmen, die innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren umgesetzt werden sollen, um die Effektivität zu verbessern.

Für verpflichtete Unternehmen werden diese Berichte nach ihrer Veröffentlichung von hoher Relevanz sein, da sie Auswirkungen auf interne Länderrisikobewertungen, Korrespondenzbankbeziehungen, Trigger für Enhanced Due Diligence sowie auf aufsichtsrechtliche Erwartungen haben können.

Humanitäre Ausnahmen und Umsetzung von Sanktionen

Die FATF hat Empfehlung 6 aktualisiert, um sicherzustellen, dass gezielte Finanzsanktionen nicht unbeabsichtigt den Fluss von Geldern, Vermögenswerten, Ressourcen, Gütern und Dienstleistungen behindern, die für humanitäre Hilfe und grundlegende Bedürfnisse erforderlich sind.

Die Änderungen integrieren humanitäre Ausnahmeregelungen aus relevanten Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, einschließlich UNSCR 2664 und UNSCR 2761, die sich auf die Prävention und Bekämpfung von Terrorismus und Terrorismusfinanzierung beziehen.

Dies stellt eine wichtige Entwicklung für Institute dar, die in den Bereichen Sanktionsscreening, Transaktionsmonitoring und humanitäre Zahlungsströme tätig sind. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Sanktionskontrollen weiterhin robust bleiben und gleichzeitig eine sachgerechte Abwicklung legitimer humanitärer Aktivitäten im Einklang mit geltenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen ermöglichen.

Strategische Initiativen: Betrug, Zahlungen, digitale Plattformen und virtuelle Vermögenswerte

Das Plenum verabschiedete mehrere neue Publikationen und Initiativen, die Länder und den privaten Sektor bei der Reaktion auf neue kriminelle Methoden unterstützen sollen.

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf Public-Private Partnerships und dem Informationsaustausch. Die FATF verabschiedete eine neue globale Übersicht zu Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor sowie zu Datenschutzregelungen, deren Veröffentlichung im nächsten Monat erwartet wird. Diese Initiative unterstreicht die zunehmende Bedeutung eines effizienten Austauschs verwertbarer Informationen unter Einhaltung von Datenschutz- und Privatsphäreanforderungen.

Darüber hinaus verabschiedete die FATF eine öffentliche Konsultation zu neuen Leitlinien für die Umsetzung der verschärften Empfehlung 16 zur Transparenz im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Diese Leitlinien sollen Finanzinstituten und Ländern helfen, die Transparenz von Zahlungen insbesondere im Zusammenhang mit Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Proliferationsfinanzierung und Betrug zu verbessern.

Das Plenum befasste sich außerdem mit dem Missbrauch von sozialen Medien, Instant-Messaging-Diensten und Streaming-Plattformen für die Terrorismusfinanzierung. Die FATF verabschiedete hierzu eine Publikation, die sich auf die Erkennung und Unterbindung entsprechender Aktivitäten konzentriert und die Bedeutung einer proaktiven Zusammenarbeit mit Technologie- und Plattformanbietern hervorhebt.

Zusätzliche Arbeiten wurden zu Underground Banking, Hawala und ähnlichen Dienstleistern genehmigt, mit einem entsprechenden Bericht, der für September 2026 erwartet wird. Zudem wird die FATF ihre Analyse von Risiken illegaler Finanzströme im Casino- und Glücksspielsektor aktualisieren, insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Online-, grenzüberschreitender und multi-payments-basierter Geschäftsmodelle.

Virtuelle Vermögenswerte, VASPs und DeFi weiterhin im Fokus

Der Bereich der virtuellen Vermögenswerte bleibt eine zentrale Priorität der FATF. Das Plenum verabschiedete ein siebtes gezieltes Update zur Umsetzung der FATF-Standards für virtuelle Vermögenswerte und Virtual Asset Service Providers (VASPs).

Darüber hinaus wurde ein neuer Bericht zu Decentralised Finance (DeFi) verabschiedet, der regulatorische Herausforderungen sowie die Anfälligkeit von DeFi-Plattformen für Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Proliferationsfinanzierung beleuchtet. Diese Publikationen werden im kommenden Monat erwartet.

Für Finanzinstitute, Fintechs, Zahlungsdienstleister und Unternehmen mit Krypto-Exposure signalisiert dies weiterhin steigenden regulatorischen Druck, insbesondere in den Bereichen Customer Due Diligence, Wallet- und Gegenparteien-Screening, Transaktionsmonitoring, Travel-Rule-Compliance sowie risikobasierte Überwachung von Aktivitäten mit virtuellen Vermögenswerten.

Schwerpunkte der kommenden britischen Präsidentschaft

Das Plenum markierte zudem den Übergang zur kommenden britischen Präsidentschaft unter Leitung von Giles Thomson für den Zeitraum vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2028.

Die britische Präsidentschaft wird sich auf drei zentrale Themen konzentrieren:

  • Stärkung der globalen Reaktion auf die Betrugsepidemie, einschließlich Risiken im Zusammenhang mit Scam-Strukturen

  • Verbesserung der Umsetzung des risikobasierten Ansatzes und der risikobasierten Aufsicht

  • Ausbau des Informationsaustauschs sowie der Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor

Diese Ausrichtung ist für verpflichtete Unternehmen von hoher Relevanz. Betrug entwickelt sich zunehmend zu einem integrierten Risiko im Zusammenspiel mit Geldwäsche, Cyberkriminalität, Menschenhandel, Mule-Netzwerken und grenzüberschreitender organisierter Kriminalität. Unternehmen sollten daher damit rechnen, dass Aufsichtsbehörden verstärkt integrierte Betrugs- und AML-Kontrollen, typologiebasiertes Monitoring, Informationsaustausch sowie nachweisbare Effektivität einfordern werden.

Auswirkungen auf das cleversoft Country Risk Scoring

Auf Basis der Ergebnisse des FATF-Plenums wurde eine Überprüfung der cleversoft Country Risk Matrix durchgeführt, um die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen auf die internen Länderrisikobewertungen zu bestimmen. Dabei wurden neben den FATF-Listenänderungen auch weitere Residualrisikoindikatoren berücksichtigt, darunter Sanktionsrisiken, Korruption, Transparenz wirtschaftlich Berechtigter, Effektivität der Aufsicht, sektorale Verwundbarkeiten, Transaktionsströme sowie die generelle interne Risikobereitschaft.

Im Ergebnis dieser Überprüfung wurde Namibia von High auf Medium Risk herabgestuft, was die Streichung von der Liste zur verstärkten Überwachung und die erzielten Fortschritte widerspiegelt. Algerien verbleibt trotz der Streichung von der FATF Grey List im High-Risk-Bereich, da bestehende Residualrisiken weiterhin eine entsprechende Einstufung gemäß unserer Methodik rechtfertigen.

Für neu aufgenommene Jurisdiktionen gilt, dass Bosnien und Herzegowina bereits zuvor als High Risk eingestuft waren und dies unverändert bleibt, während auch Irak weiterhin als High Risk bewertet wird. Diese Einstufungen spiegeln die fortbestehenden Risiken wider und unterstreichen die Notwendigkeit verstärkter Due-Diligence-Maßnahmen, eines intensiveren Monitorings von Kunden- und Gegenparteibeziehungen sowie einer erhöhten Transaktionsprüfung.

Diese aktualisierten Risikobewertungen werden ab morgen in den cleversoft FinCrime-Lösungen abgebildet und stellen sicher, dass die angepassten Länderrisikowerte konsistent in allen relevanten Prozessen angewendet werden.

Dieses Ergebnis verdeutlicht, dass FATF-Listen ein wichtiger Inputfaktor für das Länderrisikoscoring sind, jedoch nicht isoliert angewendet werden sollten. Eine fundierte interne Bewertung berücksichtigt stets eine Kombination aus FATF-Status, Effektivität nationaler AML/CFT/CPF-Frameworks, Sanktions- und geopolitischen Faktoren, Exponierung gegenüber Finanzkriminalität sowie der individuellen Risikostrategie des Instituts.

cleversoft Services

Die cleversoft Financial Crime Prevention Suite unterstützt Unternehmen dabei, Jurisdiktionsrisiken im Einklang mit aktuellen FATF-Entwicklungen, Sanktionsanforderungen und aufsichtsrechtlichen Erwartungen zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Unsere Lösungen ermöglichen ein dynamisches Länderrisikoscoring, automatisierte Customer-Due-Diligence- und Enhanced-Due-Diligence-Prozesse sowie das Screening von Kunden und Transaktionen gegen Sanktionslisten, Hochrisikoländer und weitere relevante Risikofaktoren.

Durch die Kombination aus regulatorischer Intelligenz, konfigurierbaren Risikomodellen, Workflow-Automatisierung und revisionssicherer Entscheidungsdokumentation versetzt cleversoft Finanzinstitute in die Lage, FATF-Updates in konkrete Maßnahmen zu überführen, einen konsistenten risikobasierten Ansatz umzusetzen und eine wirksame Steuerung von Jurisdiktionsrisiken gegenüber Aufsicht und internen Stakeholdern nachzuweisen.

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